Ratgeber Lokale KI-Modelle

Von Giannina Pfefferkorn, Geschäftsführerin der Mindspace Solutions GmbH · Stand:

Welches lokale KI-Modell passt zu Ihnen? Und warum ist das größte selten das beste?

Lokale KI-Modelle sind Sprachmodelle, deren Dateien Sie herunterladen und auf einem eigenen Rechner betreiben. Ihre Texte und Dokumente verlassen dabei das Haus nicht. Ob ein Modell zu Ihnen passt, entscheiden fünf Dinge: Ihre Aufgaben, die Qualität auf Deutsch, die Lizenz, der verfügbare KI-Speicher und Ihr Vertrauen in den Hersteller.

Diese Seite ordnet die bekannten offenen Modelle ein, erklärt Lizenzen und Größen in Alltagssprache und zeigt, wo die Grenzen liegen. Eine Rangliste zum Auswendiglernen finden Sie hier nicht. Die ändert sich ohnehin jeden Monat.

Kompakter Rechner mit Holzfront auf einem dunklen Sideboard im Büro, davor Grünpflanzen
Begriff

Was sind lokale KI-Modelle?

Ein KI-Modell ist im Kern eine sehr große Datei voller Zahlen. Diese Zahlen, Fachleute sagen Gewichte, hat das Modell beim Training aus riesigen Textmengen gelernt. Geben Hersteller die Datei zum Herunterladen frei, können Sie das Modell auf eigener Hardware betreiben. Dann spricht man von einem lokalen oder offenen Modell.

Hinter der Antwort einer KI steckt kein Verstehen im menschlichen Sinn, sondern Wahrscheinlichkeitsrechnung in riesigem Maßstab. Das Modell schätzt Wort für Wort ab, was am besten zu Ihrer Frage und zu den gelernten Mustern passt. Das ist erstaunlich leistungsfähig. Es erklärt aber auch, warum ein Modell manchmal überzeugend klingt und trotzdem danebenliegt.

Für Ihr Unternehmen zählt vor allem eines: Bei einem lokalen Modell findet diese Rechnung auf Ihrem Gerät statt. Bei ChatGPT, Copilot oder Gemini läuft sie auf den Servern des Anbieters. Welche Folgen das für den Datenschutz hat, beschreibt der Ratgeber ChatGPT und Datenschutz im Unternehmen.

Häufiger Irrtum

„Open Source heißt, alles ist offen.“

Meist stimmt das nicht. Die Open Source Initiative verlangt für echte Open-Source-KI neben den Gewichten auch den vollständigen Code und genug Angaben zu den Trainingsdaten, damit andere das Modell nachvollziehen und verändern können (Open Source Initiative). Die meisten bekannten Modelle geben nur die Gewichte frei. Genauer heißen sie deshalb Open-Weight-Modelle. Im Alltag sagt trotzdem fast jeder Open Source.

Überblick

Welche Open-Source-LLMs gibt es 2026?

Die bekanntesten offenen Sprachmodelle kommen von Google (Gemma), Alibaba (Qwen), Mistral AI (Mistral), OpenAI (gpt-oss), IBM (Granite), Meta (Llama) und DeepSeek. Aus Deutschland stammt Teuken. Bei den meisten erlaubt die Lizenz Apache 2.0 auch den Einsatz im Betrieb. Die Familien unterscheiden sich vor allem in Größe, Lizenz und Herkunft.

Offene Sprachmodelle im Überblick (Auswahl, Stand: 2. November 2026, Quellen unten)
ModellfamilieHersteller, LandGrößen (Auswahl)LizenzFür Büro-Hardware?
Gemma 4Google, USAE2B, E4B, 12B, 26B, 31BApache 2.0ja, viele Größen zur Auswahl
Qwen3.8Alibaba, Chinau. a. 27BApache 2.0ja, mittlere Größen
Mistral Small 4Mistral AI, Frankreich119B, davon rund 6,5B je Schritt aktivApache 2.0nur mit viel KI-Speicher
gpt-ossOpenAI, USA20B, 120BApache 2.020B ja, 120B nur mit viel KI-Speicher
Granite 4.2IBM, USA3B, 8B, 30BApache 2.0ja
Llama 4Meta, USAScout (rund 109B), Maverickeigene Community-Lizenzfür Firmen mit Sitz in der EU nicht lizenziert (siehe unten)
TeukenOpenGPT-X, Deutschland7BCC BY-NC 4.0, nicht gewerblichtechnisch ja, Lizenz prüfen
DeepSeek V4.1 FlashDeepSeek, Chinarund 763BMITnein, Rechenzentrum

Das „B“ steht für Milliarden Parameter, also Milliarden gelernte Zahlen. Größen und Lizenzen laut den Modellseiten der Hersteller auf Hugging Face, abgerufen am 2. November 2026. Neue Versionen erscheinen oft im Abstand weniger Monate. Prüfen Sie vor einer Entscheidung immer die aktuelle Modellseite.

Zwei Dinge fallen an der Tabelle auf. Erstens: Die Lizenz Apache 2.0 ist inzwischen der Normalfall. Google hat Gemma mit Version 4 von eigenen Nutzungsbedingungen auf Apache 2.0 umgestellt. Zweitens: Die stärksten offenen Modelle sind so groß, dass sie in einem Büro kaum zu betreiben sind. Für den Alltag im Mittelstand kommen vor allem die kleinen und mittleren Größen infrage.

Lizenz

Was bedeutet die Lizenz für Ihr Unternehmen?

Die Lizenz entscheidet, ob Sie ein Modell gewerblich nutzen, verändern und weitergeben dürfen. Bei Apache 2.0 und MIT ist das ohne Gebühr erlaubt, solange Sie die Lizenzhinweise beibehalten. Eigene Herstellerlizenzen enthalten dagegen oft Nutzungsregeln oder Ausschlüsse. Lesen Sie diese vor dem Einsatz, nicht danach.

Apache 2.0 und MIT

Gewerbliche Nutzung, Anpassung und Weitergabe sind erlaubt. Sie müssen Urheber- und Lizenzhinweise mitliefern, wenn Sie das Modell weitergeben. Das gilt etwa für Gemma 4, Qwen3.8, Mistral Small 4, gpt-oss, Granite und DeepSeek.

Eigene Herstellerlizenz

Meta stellt Llama 4 unter eine eigene Community-Lizenz mit Nutzungsrichtlinie. Wer sehr viele Nutzer hat, braucht zusätzlich eine Erlaubnis von Meta. Für den Mittelstand wichtiger ist die EU-Klausel im Kasten unten.

Nicht gewerblich

Die aktuelle Fassung von Teuken steht unter CC BY-NC 4.0. „NC“ heißt: keine kommerzielle Nutzung. Für den Einsatz im Unternehmen scheidet diese Fassung damit aus, auch wenn das Modell aus Deutschland stammt und gut Deutsch kann.

Recht

Dürfen Firmen aus der EU Llama 4 nutzen?

Für die multimodalen Llama-4-Modelle, also die Modelle, die neben Text auch Bilder verarbeiten, nur eingeschränkt. Laut Metas Nutzungsrichtlinie gelten die Rechte aus der Lizenz nicht für Personen mit Wohnsitz und Unternehmen mit Hauptsitz in der EU. Ausgenommen sind Endnutzer eines fertigen Produkts, das ein solches Modell enthält (Meta, Llama 4 Acceptable Use Policy). Wer ein Llama-4-Modell selbst im Unternehmen betreiben will, sollte das vorher rechtlich prüfen lassen. Diese Einordnung ist keine Rechtsberatung.

Größe

Wie groß muss ein Modell für Ihre Aufgaben sein?

Kleiner als die meisten denken. Für Entwürfe, Zusammenfassungen und die Suche in eigenen Dokumenten reichen mittlere Modelle mit 8 bis 30 Milliarden Parametern oft aus. Größer heißt genauer bei schwierigen Aufgaben, aber auch langsamer und hungriger nach KI-Speicher. Die Größe sollte zur Aufgabe passen, nicht zum Ehrgeiz.

Wie viel Speicher ein Modell braucht, lässt sich grob abschätzen. Für den Betrieb werden die Gewichte meist verkleinert, Fachleute sagen quantisiert. In einer gängigen 4-Bit-Stufe belegt jeder Parameter rund 4,5 Bit (Hugging Face, GGUF). Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: gut ein halbes Gigabyte KI-Speicher je Milliarde Parameter, plus Reserve für lange Texte und mehrere gleichzeitige Nutzer.

Faustregel: KI-Speicher für die Gewichte bei 4-Bit-Quantisierung (eigene Rechnung)
ModellgrößeBeispielGewichte rundEignung
um 8BGranite 4.2 8B5 GBeinfache Entwürfe, Klassifizieren, schnelle Antworten
um 20Bgpt-oss-20bläuft laut OpenAI mit 16 GBBüroalltag, Zusammenfassen, Mails
um 30BQwen3.8 27B, Gemma 4 31B15 bis 18 GBanspruchsvollere Texte, Dokumentensuche
über 100Bgpt-oss-120b, Mistral Small 4Mistral Small 4 rund 67 GB, gpt-oss-120b laut OpenAI eine Karte mit 80 GBschwierige Aufgaben, braucht große Hardware

Eigene Überschlagsrechnung mit 4,5 Bit je Parameter, nur für die Gewichte. Lange Dokumente und mehrere gleichzeitige Anfragen brauchen zusätzlichen Speicher. Die Angaben zu gpt-oss stammen von OpenAI.

Was heißt „davon aktiv“?

Einige Modelle, etwa Mistral Small 4 oder gpt-oss, bestehen aus vielen spezialisierten Teilnetzen. Für jedes Wort arbeiten nur wenige davon. Das macht sie schneller, als ihre Gesamtgröße vermuten lässt. Im Speicher liegen müssen trotzdem alle Teile. Für die Frage „passt es?“ zählt also die Gesamtgröße, für die Frage „wie schnell?“ der aktive Teil.

Welche Hardware dafür infrage kommt und was sie kostet, steht im Ratgeber KI-Server selbst bauen.

Qualität

Wie gut sind offene Modelle im Vergleich zur Cloud-KI?

Für den Büroalltag gut, für die schwierigsten Aufgaben nicht ganz so gut. An der Spitze öffentlicher Ranglisten stehen weiterhin große Cloud-Modelle. Die stärksten offenen Modelle sind ihnen nahe, aber für ein Büro zu groß. Die Modelle, die realistisch bei Ihnen laufen, schreiben, fassen zusammen und finden Antworten in Ihren Unterlagen zuverlässig.

Ranglisten wie die LMArena, in der Menschen Antworten verschiedener Modelle blind vergleichen, oder der Index von Artificial Analysis für offene Modelle helfen bei der Orientierung. Sie messen aber allgemeine Fähigkeiten, meist auf Englisch. Wie gut ein Modell Ihre Angebotstexte, Ihre Fachsprache oder Ihre Verträge versteht, verraten sie nicht.

Deshalb lohnt ein eigener Test mehr als jede Tabelle. Nehmen Sie zehn echte, aber unkritische Aufgaben aus Ihrem Alltag und lassen Sie zwei oder drei Modelle daran arbeiten. Die Unterschiede sehen Sie nach einer Stunde, nicht nach einem Monat Recherche.

Deutsch

Können offene Modelle gut Deutsch?

Die großen Familien können es inzwischen ordentlich. Einige Hersteller nennen Deutsch ausdrücklich, darunter Mistral bei Small 4 und IBM bei Granite 4.2 (Mistral, IBM). Bei kleinen Modellen leidet Deutsch zuerst: Satzbau und Fachbegriffe werden holpriger. Testen Sie deshalb immer mit Ihren eigenen Texten.

Auswahl

Wie wählen Sie das passende Modell aus?

Beginnen Sie bei Ihrer Aufgabe, nicht bei der Rangliste. Fragen Sie danach, wie gut das Modell Deutsch kann, ob die Lizenz gewerbliche Nutzung erlaubt, ob es in Ihren KI-Speicher passt und ob Sie dem Hersteller vertrauen. Wer diese fünf Fragen beantwortet, hat meist nur noch zwei oder drei Kandidaten übrig.

  1. 01

    Was soll das Modell für uns tun?

    Texte entwerfen, lange Dokumente zusammenfassen, Antworten aus Handbüchern finden, Code schreiben oder Bilder lesen? Jede Aufgabe stellt andere Ansprüche. Wer nur Mails vorformulieren lässt, braucht kein Modell für Programmierer.

  2. 02

    Wie gut ist es in unserer Sprache?

    Prüfen Sie Deutsch und Ihre Fachsprache an echten Beispielen. Ein Modell, das auf Englisch glänzt, kann bei Normen, Verträgen oder Praxisbegriffen ins Stolpern kommen.

  3. 03

    Dürfen wir es gewerblich nutzen?

    Lesen Sie die Lizenz auf der Modellseite. Apache 2.0 und MIT sind unkompliziert. Bei eigenen Herstellerlizenzen und „nicht kommerziell“ ist Vorsicht geboten.

  4. 04

    Passt es in unseren KI-Speicher?

    Rechnen Sie mit der Faustregel oben und lassen Sie Reserve für lange Texte und mehrere Kolleginnen und Kollegen, die gleichzeitig fragen. Ein Modell, das gerade so hineinpasst, wird im Alltag zäh.

  5. 05

    Vertrauen wir der Herkunft?

    Ein Modell ist eine Datei. Es baut von sich aus keine Verbindung zum Hersteller auf, entscheidend ist die Software, die es ausführt. Trotzdem prägen Trainingsdaten und Herkunft die Antworten. Manche Betriebe legen deshalb in ihrer Richtlinie fest, aus welchen Ländern ihre Modelle kommen dürfen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stellen Sie sich Katrin vor. Sie leitet das Büro eines Ingenieurbüros mit 25 Leuten. Der IT-Dienstleister schickt ihr eine Liste mit dreißig Modellen und der Bitte, sich eines auszusuchen. Katrin liest Vergleichsartikel, Ranglisten und Foren. Nach zwei Wochen weiß sie viel über Parameter und wenig darüber, was ihr Team eigentlich braucht.

Das beste Modell ist das, dem Ihr Team im Alltag vertraut.

Dann dreht sie die Frage um. Sie sammelt mit zwei Kollegen zehn typische Aufgaben: eine Ausschreibung zusammenfassen, eine Mängelanzeige formulieren, eine Frage zur Bauordnung aus dem eigenen Handbuch beantworten. Drei Modelle bekommen dieselben Aufgaben. Das größte schreibt am schönsten, braucht aber für jede Antwort spürbar länger. Ein mittleres trifft die Fachsprache fast genauso gut und antwortet sofort. Das Team entscheidet sich für das mittlere.

Katrin und ihr Büro sind ein Gedankenspiel. Den Verlauf erleben wir aber oft: Die Auswahl wird leicht, sobald die eigenen Aufgaben am Tisch liegen und nicht mehr die Ranglisten.

Mensch

Was bleibt beim Menschen, wenn die KI im Haus läuft?

Das Urteil. Ein Modell kann Vorschläge machen, Texte entwerfen und Fundstellen nennen. Ob ein Angebot so rausgeht, ob eine Auskunft stimmt und ob eine Entscheidung zu Ihren Werten passt, entscheidet ein Mensch, der dafür einsteht. Lokal oder in der Cloud: An dieser Verantwortung ändert der Ort der Rechnung nichts.

Ein lokales Modell schafft Ihnen vor allem Ruhe in einer Frage: Ihre Daten bleiben im Haus. Das nimmt vielen Teams die Scheu, KI überhaupt mit echten Unterlagen auszuprobieren. Wer keine Angst haben muss, dass vertrauliche Angebote irgendwo landen, probiert neugieriger aus. Und Neugier ist der Anfang jeder guten KI-Einführung, wie der Ratgeber KI im Unternehmen einführen zeigt.

Lächelnder Mitarbeiter erklärt im hellen Büro mit einer Handbewegung etwas, hinter ihm Grünpflanzen
Welche Antwort gut genug ist, entscheidet das Team, nicht das Modell.

Dazu gehört auch, das Modell nicht zu überschätzen. Es weiß nur, was es gelernt hat, und es kennt Ihr Unternehmen nicht, solange Sie ihm keine Unterlagen geben. Wie eine lokale KI auf Ihre eigenen Dokumente zugreift, erklärt der Ratgeber Lokale KI für Unternehmen.

Ehrlich gesagt

Wann ist ein lokales Modell nicht die richtige Wahl?

Wenn Sie das jeweils stärkste Modell am Markt brauchen, aktuelles Wissen aus dem Internet erwarten oder vor allem Bilder und Videos erzeugen wollen. Auch wenn niemand im Haus Updates und Modellwechsel begleiten kann, wird ein selbst betriebenes Modell schnell zur Last. Dann ist ein Cloud-Dienst oder ein fertig eingerichtetes Gerät die bessere Wahl.

Spitzenleistung gefragt

Für sehr komplexe Analysen, schwieriges Programmieren oder lange Ketten von Arbeitsschritten sind die größten Cloud-Modelle weiter vorn.

Tagesaktuelles Wissen

Ein lokales Modell kennt die Welt nur bis zu seinem Trainingsstand. Wer ständig aktuelle Nachrichten oder Preise braucht, ist mit einem Dienst mit Websuche besser bedient.

Bilder und Videos

Die hier beschriebenen Modelle arbeiten vor allem mit Text. Für Bild- oder Videoerzeugung brauchen Sie andere Modelle und meist deutlich mehr Rechenleistung.

Niemand kümmert sich

Modelle veralten schnell. Wer sie selbst betreibt, muss Versionen beobachten, testen und wechseln. Fehlt dafür die Zeit, sollte das jemand anderes übernehmen.

Beim Helion KI-Server nehmen wir Ihnen diesen letzten Punkt ab: Er kommt mit einem offenen Modell, das wir für typische Büroaufgaben ausgesucht und auf seinen KI-Speicher abgestimmt haben. Was ein eigener Server im Vergleich zum Cloud-Abo kostet, rechnet der Ratgeber KI-Server-Kosten vor.

Welche Aufgabe soll Ihr erstes lokales Modell übernehmen?

Erzählen Sie uns, was Ihr Team mit KI erledigen möchte und wie viele Kolleginnen und Kollegen mitarbeiten. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, welche Modellgröße dazu passt und ob sich ein eigener Server für Sie lohnt. Wenn die Cloud für Sie besser geeignet ist, sagen wir Ihnen das.

„Das Modell liefert Antworten. Welche Fragen sich lohnen, entscheiden Menschen.“

Häufig gestellte
Fragen

Antworten zu Modellen, Lizenzen, Speicher und Datenschutz. Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns.

Ein lokales KI-Modell ist ein Sprachmodell, dessen Dateien Sie herunterladen und auf einem eigenen Rechner im Unternehmen betreiben. Fragen, Antworten und Dokumente bleiben dabei in Ihrem Netzwerk. Bekannte Beispiele sind Gemma von Google, Qwen von Alibaba, Mistral Small, gpt-oss von OpenAI und Granite von IBM.

Ein pauschal bestes Modell gibt es nicht. Entscheidend sind Ihre Aufgaben, die Qualität auf Deutsch, die Lizenz und der verfügbare KI-Speicher. Für typische Büroaufgaben reichen oft mittlere Modelle mit 20 bis 30 Milliarden Parametern. Testen Sie zwei oder drei Kandidaten mit zehn echten Aufgaben aus Ihrem Alltag.

Bei den meisten bekannten Modellen ja. Gemma 4, Qwen3.8, Mistral Small 4, gpt-oss und Granite stehen unter Apache 2.0, DeepSeek unter MIT. Beide erlauben gewerbliche Nutzung ohne Gebühr, wenn die Lizenzhinweise erhalten bleiben. Vorsicht gilt bei eigenen Herstellerlizenzen und bei Lizenzen mit dem Zusatz „nicht kommerziell“.

Für die multimodalen Llama-4-Modelle gilt laut Metas Nutzungsrichtlinie eine Einschränkung: Unternehmen mit Hauptsitz in der EU erhalten die Lizenzrechte nicht. Ausgenommen sind Endnutzer fertiger Produkte, die ein solches Modell enthalten. Lassen Sie den Einsatz vorher rechtlich prüfen. Diese Antwort ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung.

Als Faustregel gilt bei der üblichen 4-Bit-Verkleinerung gut ein halbes Gigabyte KI-Speicher je Milliarde Parameter. Ein Modell mit 30 Milliarden Parametern braucht so etwa 15 bis 18 Gigabyte für seine Gewichte. Dazu kommt Reserve für lange Dokumente und mehrere Personen, die gleichzeitig Fragen stellen.

Bei den schwierigsten Aufgaben liegen die großen Cloud-Modelle vorn. Für den Büroalltag, also Texte entwerfen, Dokumente zusammenfassen und Antworten in eigenen Unterlagen finden, sind mittlere offene Modelle gut geeignet. Ihr Vorteil liegt woanders: Ihre Daten bleiben im Haus, und es fallen keine Gebühren pro Nutzer an.

Die großen Modellfamilien können inzwischen ordentlich Deutsch, einige Hersteller wie Mistral und IBM nennen es ausdrücklich. Bei kleinen Modellen leiden Satzbau und Fachbegriffe zuerst. Ranglisten testen meist auf Englisch. Prüfen Sie deshalb mit Ihren eigenen Texten, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden.

Ein Modell ist eine Datei und baut von sich aus keine Verbindung zum Hersteller auf. Entscheidend für die Sicherheit ist die Software, die es ausführt, und wie Sie den Zugang absichern. Herkunft und Trainingsdaten prägen aber die Antworten. Manche Unternehmen legen deshalb in ihrer Richtlinie fest, welche Herkunft erlaubt ist.

Für den Einstieg am eigenen Rechner gibt es Programme wie Ollama oder LM Studio. Für mehrere Nutzerinnen und Nutzer im Netzwerk kommen Server-Werkzeuge wie vLLM dazu, außerdem eine Oberfläche, Nutzerkonten und ein abgesicherter Zugang. Was der Eigenbau im Detail verlangt, steht in unserem Ratgeber zum KI-Server selbst bauen.

Nicht bei jeder neuen Version. Neue Modelle erscheinen oft im Abstand weniger Monate. Sinnvoll ist ein fester Rhythmus, etwa zweimal im Jahr: neue Kandidaten mit denselben Testaufgaben prüfen und nur wechseln, wenn der Unterschied im Alltag spürbar ist. So bleibt das Team nicht ständig im Umgewöhnen.

Ja, aber nicht von allein. Das Modell kennt Ihre Unterlagen erst, wenn eine Software sie bereitstellt. Dafür gibt es Wissensspeicher, die Ihre Dokumente durchsuchen und dem Modell die passenden Stellen zur Antwort mitgeben. Gute Lösungen nennen dabei die Quelle, damit Sie jede Antwort nachprüfen können.