Ratgeber lokale KI

Von Giannina Pfefferkorn, Geschäftsführerin der Mindspace Solutions GmbH · Stand:

Lokale KI für Unternehmen. Ihre Daten bleiben im Haus.

Was ist lokale KI?

Lokale KI ist künstliche Intelligenz, die vollständig auf einem Rechner in Ihrem eigenen Unternehmen läuft. Das Sprachmodell, Ihre Dokumente und alle Fragen und Antworten bleiben in Ihrem Netzwerk. Anders als bei ChatGPT oder Copilot gehen keine Eingaben an einen Cloud-Anbieter, und die KI arbeitet auch ohne Internetverbindung.

Helion Max KI-Server auf einem dunklen Sideboard im Büro

KI ist im Mittelstand angekommen. Mit ihr wächst die Frage, wohin die Daten dabei fließen.

  • 57 %der Unternehmen ab 20 Beschäftigten nutzen KI, 2024 waren es 20 %.Bitkom 2026
  • 66 %der Unternehmen, die KI nutzen, nennen Datenschutzanforderungen als Hemmnis.Bitkom 2026
  • 4 von 10Unternehmen wissen oder vermuten, dass Beschäftigte private KI-Konten nutzen.Bitkom 2025

Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 von den Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten 36 % KI, bei 10 bis 49 Beschäftigten 23 %.

Lokal oder Cloud

Was unterscheidet lokale KI von ChatGPT und Copilot?

Der Unterschied liegt darin, wo gerechnet wird. Cloud-KI wie ChatGPT oder Microsoft Copilot verarbeitet jede Eingabe auf den Servern des Anbieters, meist gegen eine monatliche Gebühr pro Nutzer. Lokale KI rechnet auf einem Server in Ihren Räumen. Sie kaufen die Hardware einmal, und Ihre Daten verlassen das Firmennetz nicht.

Lokale KI und Cloud-KI im Vergleich (Stand: 30. September 2026)
FrageLokale KI auf eigenem ServerCloud-KI wie ChatGPT oder Copilot
Wo werden Eingaben verarbeitet?Auf dem Server in Ihrem Netzwerk.In Rechenzentren des Anbieters, oft außerhalb der EU.
Wer kann auf die Daten zugreifen?Nur wer Zugang zu Ihrem Firmennetz hat.Auch der Anbieter. US-Anbieter können nach dem CLOUD Act zur Herausgabe verpflichtet werden, auch bei Daten außerhalb der USA.
Was verlangt die DSGVO zusätzlich?Kein KI-Anbieter als Auftragsverarbeiter, keine Drittlandübermittlung.Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 und Prüfung der Übermittlung nach Art. 44 ff. DSGVO.
Was kostet es?Einmaliger Kaufpreis ab 6.490 € netto, keine Gebühr pro Nutzer.Laufende Gebühr pro Nutzer und Monat, zum Beispiel Microsoft 365 Copilot Business mit 18,20 € netto.
Was passiert bei mehr Nutzern?Die Kosten bleiben gleich, bis die Leistung des Servers ausgeschöpft ist.Die Kosten steigen mit jeder weiteren Lizenz.
Wie abhängig sind Sie vom Anbieter?Modell und Daten bleiben bei Ihnen, auch wenn ein Anbieter Preise oder Bedingungen ändert.Preise, Funktionen und Nutzungsbedingungen legt der Anbieter fest.
Was passiert bei Internet-Ausfall?Die KI arbeitet im Firmennetz weiter.Ohne Internet keine KI.
Wie leistungsfähig ist die KI?Offene Modelle, stark bei Texten, Zusammenfassungen und der Suche in eigenen Dokumenten.Die größten Modelle am Markt, stärker bei sehr komplexen Aufgaben und aktuellem Weltwissen.

Ehrlich gesagt: Die stärksten Cloud-Modelle sind bei sehr anspruchsvollen Aufgaben weiterhin vorn. Für den Büroalltag, also Entwürfe schreiben, lange Dokumente zusammenfassen und Antworten aus den eigenen Unterlagen finden, sind offene Modelle inzwischen gut geeignet. Das bestätigt auch der Praxistest der c’t.

Für wen

Für welche Unternehmen lohnt sich lokale KI?

Lokale KI lohnt sich vor allem für Unternehmen, die mit vertraulichen Daten arbeiten und KI für viele Mitarbeitende einführen wollen. Dazu gehören Berufsgeheimnisträger wie Kanzleien, Steuerbüros und Arztpraxen, aber auch Betriebe mit Konstruktionsdaten, Personalakten oder Kundenverträgen. Je mehr Menschen die KI nutzen, desto stärker wirkt der Vorteil, dass keine Gebühr pro Kopf anfällt.

Kanzleien, Steuerbüros und Praxen

Ärztinnen, Anwälte, Steuerberater und weitere Berufsgruppen machen sich nach § 203 StGB strafbar, wenn sie anvertraute Geheimnisse unbefugt offenbaren. Die Bundesrechtsanwaltskammer hält die Übermittlung von Mandatsgeheimnissen an Sprachmodelle wie ChatGPT für nicht erforderlich und mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Die Bundessteuerberaterkammer nennt einen Einsatz „offline“ vorzugswürdig. Lokale KI hält diese Daten in der eigenen Kanzlei.

Konstruktion, Entwicklung und Fertigung

Zeichnungen, Rezepturen, Kalkulationen und Angebote sind oft das wertvollste Wissen eines Mittelständlers. Mit lokaler KI lassen sie sich durchsuchen und auswerten, ohne dass sie auf fremden Servern landen.

Personalwesen und Geschäftsführung

Bewerbungen, Gehälter, Beurteilungen und Verträge gehören zu den sensibelsten Daten im Unternehmen. Lokale KI kann Entwürfe schreiben und Unterlagen zusammenfassen, während die Daten im eigenen Haus bleiben.

Wann sich lokale KI eher nicht lohnt

Arbeiten nur zwei oder drei Personen gelegentlich mit KI, ist ein Abo oft günstiger. Brauchen Sie vor allem aktuelles Weltwissen aus dem Internet oder das jeweils stärkste Modell am Markt, ist Cloud-KI die bessere Wahl.

Voraussetzungen

Was braucht man für lokale KI im eigenen Unternehmen?

Für lokale KI brauchen Sie drei Dinge: einen Server mit ausreichend KI-Speicher, passende Software aus Sprachmodell, Bedienoberfläche und Dokumentensuche und eine Einrichtung mit Nutzerkonten und Rechten. Wer das selbst zusammenstellt, braucht IT-Fachwissen und Zeit. Der Helion KI-Server kommt dagegen fertig vorinstalliert und im Werk geprüft zu Ihnen.

  1. Hardware

    Ein Server mit KI-Karten. Entscheidend ist der KI-Speicher auf den Karten: Er bestimmt, wie große Modelle laufen und wie viele Personen gleichzeitig fragen können. Beim Helion sind es je nach Modell 32, 48 oder 64 GB.

  2. Software

    Ein Sprachmodell, eine Bedienoberfläche im Browser, ein Wissensspeicher, der Ihre Dokumente durchsucht und Quellen nennt, sowie Nutzerkonten mit Rechten und 2-Faktor-Login.

  3. Einrichtung

    Anbindung an Ihr Netzwerk, Nutzerkonten anlegen, erste Dokumente einlesen. Beim Helion geht das selbst mit Anleitung, per Videocall für 350 € netto oder vor Ort für 1.200 € netto zzgl. Anfahrt.

Welcher Helion KI-Server passt zu Ihrem Team?

Alle drei Modelle stehen im selben Gehäuse, arbeiten ohne WLAN und Bluetooth nur über Ihr Netzwerkkabel und bringen dieselbe Software mit. Sie unterscheiden sich in der Zahl der KI-Karten und im Speicher.

Helion KI-Server im Überblick (Preise netto zzgl. MwSt., Stand: 30. September 2026)
ModellMitarbeitendeGleichzeitig aktivKI-SpeicherWissenPreis
Helion Probis 20 Mitarbeitendeca. 5 Personen32 GBbis 1 Mio. Seiten6.490 € netto
Helion Maxbis 50 Mitarbeitendeca. 10 bis 12 Personen48 GBbis 2,5 Mio. Seiten8.990 € netto
Helion Ultrabis 100 Mitarbeitendeca. 20 Personen64 GBbis 5 Mio. Seiten14.990 € netto

Die Zahl gleichzeitig aktiver Personen ist ein Richtwert. Lieferung innerhalb von 14 Werktagen. Für mehr als 100 Mitarbeitende beraten wir Sie im Erstgespräch.

Datenschutz

Ist lokale KI DSGVO-konform?

Lokale KI macht DSGVO-konformen KI-Einsatz deutlich einfacher, sie ist aber kein Freibrief. Weil keine Daten an einen KI-Anbieter gehen, entfallen die Auftragsverarbeitung für die KI und die Übermittlung in Drittländer. Die Grundpflichten bleiben bestehen: eine Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung, angemessene Sicherheit und je nach Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung.

Was sagen die Datenschutzbehörden?
Die Datenschutzkonferenz unterscheidet offene Systeme, bei denen Eingaben den geschützten Bereich verlassen, von technisch geschlossenen Systemen und hält geschlossene Systeme für vorzugswürdig. In ihrer Orientierungshilfe zu RAG-Systemen legt sie ein Szenario zugrunde, in dem das System komplett beim Verantwortlichen läuft.
Rechtsgrundlage
Auch bei lokaler KI brauchen Sie für jede Verarbeitung personenbezogener Daten eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO, etwa einen Vertrag oder ein berechtigtes Interesse.
Sicherheit
Art. 32 DSGVO verlangt technische und organisatorische Maßnahmen nach dem Stand der Technik. Der Helion hat dafür kein WLAN und kein Bluetooth, ist nur über Ihr Netzwerk erreichbar, und Mitarbeitende melden sich mit 2-Faktor-Login an.
Datenschutz-Folgenabschätzung
Bei hohem Risiko für die Betroffenen verlangt Art. 35 DSGVO eine Folgenabschätzung. Die Datenschutzkonferenz geht davon aus, dass sie beim KI-Einsatz vielfach erforderlich sein wird.
KI-Kompetenz
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Art. 4 der KI-Verordnung von Unternehmen, die KI einsetzen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten. Das gilt für lokale wie für Cloud-KI. Einen Überblick gibt die Bundesnetzagentur.

Diese Übersicht ist keine Rechtsberatung. Für Ihren konkreten Einsatz sprechen Sie bitte mit Ihrer oder Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Modelle

Welche KI-Modelle laufen lokal?

Lokal laufen sogenannte offene Modelle, deren Gewichte die Hersteller zum Herunterladen freigeben. Dazu gehören gpt-oss von OpenAI, Gemma von Google, Mistral Small, Qwen von Alibaba und Llama von Meta. Viele stehen unter der Apache-2.0-Lizenz und dürfen gewerblich genutzt werden. Für die meisten Büroaufgaben reicht ihre Qualität heute aus.

Bekannte offene Sprachmodelle (Auswahl, Stand: 30. September 2026)
ModellHerstellerLizenz
gpt-ossOpenAIApache 2.0
Gemma 4GoogleApache 2.0
Mistral Small 3.2Mistral AIApache 2.0
Qwen3AlibabaApache 2.0
Llama 3.3Metaeigene Community-Lizenz

Beim Helion KI-Server müssen Sie kein Modell auswählen, herunterladen oder anpassen. Ein von uns geprüftes Modell ist ab Werk installiert und auf die KI-Karten abgestimmt.

Passt lokale KI zu Ihrem Unternehmen?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf Ihre Nutzerzahl, Ihre Dokumente und Ihre Anforderungen an den Datenschutz. Danach wissen Sie, ob sich lokale KI für Sie lohnt und welches Modell passt.

„Eine KI, der man seine Unterlagen anvertraut, gehört ins eigene Haus. Nicht auf fremde Server.“

Häufig gestellte
Fragen

Antworten zu lokaler KI und zum Helion KI-Server. Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns.

Ja. Der Helion KI-Server kommt vorinstalliert und im Werk geprüft bei Ihnen an. Sie schließen ihn an Ihr Netzwerk an, schalten ihn ein und folgen der Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Einrichtungsbegleitung per E-Mail ist inklusive. Wer Unterstützung möchte, bucht die Einrichtung per Videocall für 350 € netto oder vor Ort für 1.200 € netto zzgl. Anfahrt.

Das hängt vom Modell ab. Der Helion Pro ist für Teams bis 20 Mitarbeitende ausgelegt, von denen ca. 5 Personen gleichzeitig Anfragen stellen. Der Helion Max trägt bis 50 Mitarbeitende mit ca. 10 bis 12 Personen gleichzeitig, der Helion Ultra bis 100 Mitarbeitende mit ca. 20 Personen gleichzeitig.

Ja. Die KI rechnet auf dem Server in Ihrem Haus und ist über Ihr Firmennetzwerk erreichbar. Fällt die Internetverbindung aus, arbeiten Chat, Wissensspeicher und Diktat im Büro weiter. Auch Updates brauchen keine Internetverbindung, sie kommen auf einem signierten USB-Stick.

Der Verbrauch hängt davon ab, wie viel die KI gerade rechnet. Die Netzteile des Helion sind mit 850 W (Pro) und 1.000 W (Max und Ultra) ausgelegt. Das ist die Obergrenze mit Reserve, nicht der Dauerverbrauch. Stellt niemand eine Frage, braucht der Server deutlich weniger. Lizenzgebühren fallen keine an.

Der Helion steht in einem Fractal Design North, einem Gehäuse für Büroräume statt Serverschrank. Fünf Lüfter holen Frischluft von vorn und führen die Abluft nach hinten ab. Unter Volllast sind die Lüfter hörbar. Stellen Sie ihn deshalb nicht direkt neben einen Arbeitsplatz und lassen Sie hinter dem Gerät etwa 10 cm frei.

Sicherheitsupdates kommen beim Helion als signierter Update-Stick, den Sie hinten am Gerät einstecken. Der Server muss dafür keine Verbindung ins Internet aufbauen und niemand greift von außen darauf zu. Es gilt die gesetzliche Gewährleistung, Wartungspakete bereiten wir vor.

Nein, aber sie macht DSGVO-konformen KI-Einsatz deutlich einfacher. Weil Eingaben und Dokumente das Firmennetz nicht verlassen, entfällt die Übermittlung an einen KI-Anbieter. Rechtsgrundlage, technische Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls eine Datenschutz-Folgenabschätzung bleiben Ihre Aufgabe. Die Datenschutzkonferenz hält technisch geschlossene Systeme für vorzugswürdig.

Für Berufsgeheimnisträger ist lokale KI der naheliegende Weg, weil Mandanten- und Patientendaten die eigenen Räume nicht verlassen und kein externer Anbieter Zugriff erhält. Die Bundessteuerberaterkammer hält einen Einsatz „offline“ für vorzugswürdig. Ob Ihr konkreter Einsatz berufsrechtlich zulässig ist, klären Sie bitte mit Ihrer Kammer.

Der Helion KI-Server kostet einmalig 6.490 € netto, 8.990 € netto oder 14.990 € netto, ohne Gebühr pro Nutzer. Microsoft 365 Copilot Business kostet laut Microsoft 18,20 € netto pro Nutzer und Monat. Bei 20 Nutzern entspricht der Preis des Helion Pro damit rund 18 Monaten Lizenzgebühr. Beim eigenen Server kommt der Strom hinzu.

Ja. Im Wissensspeicher „My World“ lesen Sie Verträge, Handbücher und Richtlinien ein. Je nach Modell durchsucht der Helion bis zu 1 Mio. Seiten, 2,5 Mio. Seiten oder 5 Mio. Seiten und nennt zu jeder Antwort die Quelle. Die Dokumente bleiben dabei auf dem Server in Ihrem Haus.

Der Helion Ultra ist für Unternehmen bis 100 Mitarbeitende mit ca. 20 Personen gleichzeitig ausgelegt. Arbeiten bei Ihnen mehr Menschen mit der KI, sprechen Sie uns an. Im Erstgespräch klären wir, welche Ausstattung zu Ihrer Nutzerzahl und Ihrem Dokumentenbestand passt.

Porträt einer Frau mit offener, fragender Geste.